Rutsche fort – Wernigerode-Rochefort
Gepostet von admin am Jan 21, 2006 in Sagen | Kommentare deaktiviert
Das Schloß Wernigerode stand früher südwestlich der heutigen Stelle, dort, wo noch heute die Reste der Harburg zu erkennen sind. Als sich der Hausstand vergrößerte und sich das Gebäude als zu eng und klein erwies, hätte das gräfliche Paar gern ein ganz neues und geräumigeres errichtet,
aber dazu reichten weder der jetzige Platz noch die Mittel aus. In ihrer Bedrängnis wandte sich die Schloßfrau an den Hausgeist, der zwar klein und häßlich gestaltet, aber von allen Schloßbewohnern wegen seiner Güte geliebt wurde.
Um Mitternacht ging sie auf den Dachboden, wo dieser seine Wohnung hatte und bat um Hilfe. Kaum hatte Sie die Bitte ausgesprochen, da zog ein wundersames K11ngen durch den Raum. Beruhigt legte sich die Gräfin ins Bett. Als sie am anderen Morgen den Fensterladen öffnete, rieb sie siech verwundert die Augen. Die ganze Umgebung schien verändert, tief untersich am Fuße des Berges sah sie die Häuser der Stadt Wernigerode liegen. In der Nacht hatte sich der Hausgeist gegen die Grundmauern gestemmt und das alte Schloß mit dem Zauberwort “Rutsche fort” nach dem jetzigen Platz hinübergeschoben.
Seitdem grüßt das Schloß weit in die Ebene hinein, freilich in erneuerter Gestalt.
Das Andenken an diese Begebenheit lebte noch lange fort in dem Namen “Wernigerode-Rochefort”, der aus dem Zauberwort “Rutsche fort” entstand.
